Warschau

5. Mobility und Abschlussveranstaltung 16.04.-18.04.2013 in Warschau

Nach einem ca. 1 ½ stündigen Flug von Frankfurt am Main nach Warschau wurden wir von einer unserer polnischen Kolleginnen dort abgeholt. Nach einer Bus- und Straßenbahnfahrt ins geschichtsträchtige Zentrum von Warschau, kamen wir, Hatice Balakci, Simone Steuerwald, Alexander Niederer und Eva Inserra als Vertreterinnen und Vertreter der Pestalozzischule als erste Gruppe im Hotel an.
Nach einer ersten Orientierung von der Lage des Hotels, gab es ein gemeinsames Treffen aller Comenius-Projektteilnehmer im Hotel.

Abends holten uns unsere Gastgeber ab und wir gingen durch die Altstadt von Warschau, vorbei an den Markierungen des ehemaligen Ghettos und aßen in einem jüdischen Restaurant.

Am nächsten Morgen kamen unsere polnischen Kolleginnen ins Hotel um uns zu einem anschließenden Besuch in ihrer Schule, ebenso Grundschule, abzuholen. Da diese nicht sehr weit vom Hotel entfernt lag, gingen wir zu Fuß.
Dort wurden wir herzlich von der Direktorin begrüßt. Sie erläuterte das polnische Schulsystem. Die Kinder der Schule hatten mit ihren Lehrern ein Programm vorbereitet: Einzelne Vorträge in den verschiedenen Sprachen der Teilnehmerländer, Musikdarbietungen einzelner Schüler und der Chor mit der Europahymne.

Anschließend sahen wir eine Deutschstunde, in der die Kinder einen Obstsalat zubereiteten. In einer Kunststunde malten wir mit den Kindern mit Naturfarben aus Rotkohl, Kaffee, Tee usw. Es war schön zu sehen, wie die Kinder sich bemühten Deutsch zu sprechen und Kontakt mit uns aufnahmen.
Danach aßen wir in der schuleigenen kleinen Kantine.

Am Nachmittag waren wir in einer Sport-Grundschule zu Gast. Äußerst beeindruckend waren die schon artistischen Vorführungen dieser Kinder in Gymnastik,Turnen und Akrobatik.
Nach einer kurzen Pause im Hotel luden uns unsere Gastgeber in ein typisch polnisches Lokal in der Mitte der Altstadt ein. Die recht kleine, aber gemütlich wirkende Altstadt Warschaus wird von der einstigen Stadtmauer durchzogen und ist mit vielen kleinen Geschäften, Cafés und Restaurants bestückt.

Wir bestellten u.a. eine typisch polnische Suppe: Barczsz. Eine rote Bete-Suppe, mit fünf aufeinander folgenden Konsonanten geschrieben, die nicht heiβ, dafür aber mit Crème fraîche serviert wird. Man sagt, dass die Suppe am nächsten Tag (noch) besser schmeckt. Vielleicht hätten wir uns an diese Anweisungen halten sollen…

Die Stadt Warschau bietet enorm viele Sehenswürdigkeiten: Von Kirchen, freien Plätzen, enorm breiten Straßen und Parkanlagen über hin zu gut erhaltenen und fast schon pompös wirkenden Regierungsgebäuden, so wie die fast an jeder Straßenkreuzung anzutreffenden Kriegsdenkmäler. Eines, das auch an die gefallenen Soldaten des 2. Weltkrieges erinnert, wird heute noch den ganzen Tag über von zwei bewaffneten Soldaten bewacht.

Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes besuchten wir morgens einen Europakindergarten. Auch dieser Kindergarten beteiligt sich schon an einem Austauschprogramm, u.a. mit England, Ägypten und Italien
Hier bekamen wir wieder eine Führung durch die Räume und den überdurchschnittlich groβen, äuβeren Spiel- und Bewegungsbereichs des Kindergartens.
Zudem sahen wir eine traditionell polnische Tanzaufführung der Kleinsten, mit der die Gruppe auch bereits einen Preis in Warschau gewonnen hatte.

Dann ging es zurück in die Grundschule unserer Gastgeber.
Dort war inzwischen eine Vertreterin des polnischen Kultusministeriums zur Abschlusspräsentation dieses Projektes “How to keep fit“ eingetroffen.

Alle beteiligten Länder stellten ihr Projekt in einer kleinen Power Point Präsentation vor. Jedes der beteiligten Länder, England Tschechien, Polen, Italien und Deutschland berichtete von Projektwochen bzw. Umsetzungen von Zielen in ihren Schulen zum Thema „Gesunde Ernährung „.

Passend hierzu boten anschlieβend alle Kinder der Schule eine groβe Abschlussvorführung zum Thema in der Turnhalle mit Musikstücken, Tanz- und Turndarbietungen. Das Ganze in einer enorm arbeitsaufwendig dekorierten Turnhalle, die mit frischen und gesunden Köstlichkeiten an den Seiten und Wänden geschmückt war.

Anschließend wurden wir zu einer kleinen Sightseeing-Tour durch Warschau eingeladen mit einem Spaziergang durch den sehr großzügig angelegten Lazienki-Park. Auf einer riesigen Fläche war der Park mit vielen schönen Bäumen, durchzogen von Wegen, angelegt, aber auch ein kleines Schloss, ein angelegter See und auch ein kleines, offenes im Stile der Griechen halbkreisförmiges Theater mit steil steigenden Tribünenplätzen am See wurde uns geboten. Uns wurde erklärt, dass Warschau im Krieg fast völlig zerstört und danach die Stadt sehr großflächig wieder aufgebaut wurde.

Später gingen wir in „The invisible Exibition“, ein Blindenmuseum.
Dies gab uns die Möglichkeit, aus der für uns normalen Welt einmal auszubrechen. In völliger Dunkelheit konnten wir mit einem blinden Museumsführer durch verschiedene nachgebaute Räumlichkeiten gehen. Ertastend konnten oder besser mussten wir erraten, was uns gerade zwischen die Finger gekommen war. Ob es ein Waschbecken im Badezimmer, eine kleine Holzbrücke in einem mit Vogelstimmen unterlegtem Waldstück, eine Statue oder auch nur der Rücken des Vordermannes war. Die Erleichterung, die wir beim Erkennen und Erreichen des Tageslichtes spürten, war gewaltig.

Am dritten, unserem letzten gemeinsamen Tag gingen wir am Ufer der Wolga – dem längsten Fluss Europas – entlang und kamen zu unserem nächsten Ausflugsziel, dem Kopernikusmuseum; ein riesiges Gebäude, in dem man sein Wissen über die Grundgesetze der Naturwissenschaften spielerisch und experimentel entdecken, verstehen und lernen kann.
Die Beendigung des Projektes bzw. Verabschiedung fand in einer Kochschule statt, in der wir unter anderem auch sehen konnten, wie versucht wird, die Speisen fett- und kalorienarm, aber schmackhaft zuzubereiten.
Wir durften ausnahmsweise in so eine Lernküche und bereiteten nach Anweisung der Lehrerin gemeinsam mit den Auszubildenden Piroggi, eine polnische Spezialität, gefüllt mit Apfelkompott oder Hähnchenpastete zu.
Dann wurden wir zu einem Abschiedsessen eingeladen, bei dem die Auszubildenden auch ihr Können in Bezug aufs Servieren unter Beweis stellen konnten.

Leider konnten wir am letzten Punkt der Veranstaltung, der Besichtigung des „Palace of the culture and science“ und dem Besuch der Aussichtsterrasse mit 114m, sowie des Golden Terraces Shopping Centers, nicht mehr teilnehmen, da unser Flug bereits nachmittags ging.
Auf dem Weg zum Flughafen hatten wir ein paar Schreckminuten, da die Zufahrt zum Flughafen und die Flüge gesperrt waren. Bombenalarm!

Es erwies sich aber, dass es ein Fehlalarm war und wir konnten mit geringer Verspätung starten.
Die Reise nach Warschau war eine an abwechslungsreichen Erfahrungen geprägte Fahrt, auf der wir nicht nur die Arbeits- und Vorgehensweisen in Bildungseinrichtungen – besonders zum Thema „Gesunde Ernährung“ – erfahren konnten, sondern auch durch tägliche Gespräche in unterschiedlichen Sprachen und der Besichtigung der Stadt wichtige, (inter-)kulturelle Aspekte erleben durften.