Deutsch als Zweitsprache

Steinmauer

Die Schüler spielen die Geschichte "Frederick" nach.

Struktur der DaZ-Intensivkurse

Die Pestalozzischule Raunheim bietet im zweiten Jahrgang Intensivkurse für Schülerinnen und Schüler (SuS) an, die einer besonderen Förderung im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ) bedürfen. In diesen Kursen arbeiten sprachdefizitäre SuS gemeinsam mit leistungsstarken, deutschsprachigen SuS. Um die deutsche Sprache besser `begreifen´ zu können, werden für die Dauer eines Schuljahres kindgemäße Themen (z.B. Bewegung, Gesellschaftsspiele, Kochen) spielerisch erarbeitet. Die Freude am Sprachlernen steht im Vordergrund und daher werden unterrichtliche Instrumente wie die Bearbeitung von Arbeitsblättern oder Leistungsabfragen nur in geringstem Maße eingesetzt.
Seit dem Schuljahr 2007/08 werden die DaZ-Intensivkurse wie folgt modifiziert:

1. Gruppengröße
Die Größe der Gruppe soll 12 SuS nicht überschreiten (Intensivkurse nach VO §7 Abs. 4); der Anteil der SuS mit starkem Sprachdefizit liegt bei ca. 2/3.

2. Gruppenauswahl
Die Heterogenität der DaZ-Intensivkurse wird gewährleistet durch
-SuS, die hinsichtlich ihres deutschen Sprachgebrauchs intensiver Förderung bedürfen sowie
-SuS, die durch gute Fähigkeiten in der deutschen Sprache den zu fördernden SuS ein `Sprachbad´ ermöglichen.
Die Teilnahme an den DaZ-Intensivkursen gilt als Privileg und stellt für die deutschsprachigen SuS eine besondere Auszeichnung dar. Bei der Auswahl der sprachlich leistungsstarken SuS sollen auch soziale Kriterien wie z.B. Zurückhaltung Berücksichtigung finden, um die zu fördernden SuS nicht einzuschüchtern.

3. Feststellung des Sprachstands
Die Feststellung und Entwicklung des Sprachstands im Schuljahresverlaufs sind ein wichtiges Instrument zur Optimierung des DaZ-Unterrichts. Ausgehend von max. drei Schwerpunkten (z.B. Artikel, Präpositionen, Syntax) werden je SuS zu Beginn des Intensivkurses individuelle Problembereiche in Kurzform skizziert. Zum Ende des Schuljahres wird dieses Verfahren erneut durchgeführt, um Aussagen über die sprachliche Entwicklung der einzelnen SuS treffen zu können.

4. Themen- statt Gruppenwechsel
Das bisherige Verfahren, bei dem eine Lehrkraft durchgängig ein Thema angeboten hat und die Gruppen pro Quartal zu den Lehrkräften wechselten, erwies sich in der Praxis als hinderlich. Eine gezielte Förderarbeit setzt eine konstante Gruppenzusammensetzung voraus. Fortan wechseln daher die Lehrkräfte pro Quartal das Thema; die SuS werden für die Dauer des Intensiv-Kurses von einer Lehrkraft unterrichtet.

5. Themenpool
Die unterrichtenden DaZ-Lehrkräfte legen zu Beginn des Schuljahres einen Themenpool fest. Vergleichbar mit einem Jahresarbeitsplan wird ein Basis-Angebot für die DaZ-Intensivkurse erarbeitet. Dieses soll sich erstrangig an den Interessen der SuS orientieren, aber auch die individuelle Eignung der Lehrkräfte berücksichtigen. Um die Kurse möglichst effektiv zu gestalten, soll jede DaZ-Lehrkraft ihre positiven Erfahrungen und Ideen kurz dokumentieren und ihre Aufzeichnungen thematisch sortiert in einen DaZ-Themenordner heften.

Ein Sprachspiel als Abschlussritual

6. Rituale in DaZ-Intensivkursen
Wie im täglichen Unterricht sind auch im DaZ-Intensivkurs Rituale von besonderem Wert. Das `deutsche Sprachbad´ soll unabhängig vom jeweiligen Thema durch Gruß- und Bewegungslieder, Vorleserituale sowie kurze Spielsequenzen bereichert werden.